31.01. | Sa. | 21:00
BALLSAAL
NEO FOLK NIGHT
SPIRITUAL FRONT
NeoFolk / Nihilist Suicide Pop from Rome (ITA)
DARKWOOD
NeoFolk / Darkfolk from Dresden (DE)
DER ARBEITER
NeoFolk / Ambient from Chile (CHL)
ESPACIO VITAL
NeoFolk / Martial Industrial from Barcelona (ESP)
Im Netz kursieren Mails, in denen sehr verschwörerisch behauptet wird, es handele sich hier um ein rechtes oder sogar rechtsradikales Konzert. Dem möchten wir energisch wiedersprechen. Nichts davon entspricht der Wahrheit. Im Gegenteil: Der Veranstalter des Konzerts und die auftretenden Bands bekennen sich ausdrücklich gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie sowie rechtsextremes Gedankengut. Wir dokumentieren hier zwei Erklärungen des Veranstalters sowie eine Erklärung der Band Darkwood, in denen zu den völlig abstrusen Vorwürfen Stellung bezogen wird. Überflüssig ist es zudem zu erklären, dass im Felsenkeller Nazis keinen Platz haben. Jeder, der uns kennt, weiß das. Wir handhaben das wie viele Leipziger Locations: Teil unserer Einlasspolitik ist es, bekannte Nazis oder Gäste, die aufgrund ihrer Kleidung oder Accessoires als solche zu erkennen sind, des Hauses zu verweisen. Und das betrifft selbstverständlich auch unsere Künstler.
Das „Bündnis gegen Antisemitismus“ hat übrigens einen lesenswerten Text zu der Kampagne gegen den Felsenkeller veröffentlich und sich die Mühe gemacht, den konfusen Assoziationsketten zu folgen. Hier findet ihr ihn: https://bgahalle.wordpress.com/2025/11/24/solidaritat-mit-dem-felsenkeller/
1. Statement des Veranstalters zum Konzert am 31.1.2026
Unsere Bekanntgabe die Veranstaltung in den größeren Ballsaal des Felsenkellers zu verlegen ist auf große Zustimmung gestoßen. Dies ermöglicht es, weiteren Fans und Musikliebhabern aus Nah und Fern an der angekündigten „NeoFolk Night“ teilzunehmen. Wir bedanken uns herzlich bei allen Ticketvorbestellern fürs Vertrauen. Alle Bestellungen werden schrittweise verschickt. Wir erwarten ein gemischtes und internationales Publikum. Detaillierte Informationen zum Ablauf und zur Running Order werden selbstverständlich noch folgen.
Da der Felsenkeller in den letzten Wochen besorgte Anfragen erhielt, wurden wir gebeten unseren Veranstaltungsrahmen noch einmal etwas transparenter zu kommunizieren. Unser Ziel ist es, dass der Konzertabend reibungslos verläuft und wir weiterhin erfolgreich mit dem Team des Felsenkellers zusammenarbeiten können. Daher folgen hier einige wichtige Punkte.
Seit 2024 bieten wir regelmäßig im Felsenkeller eine Reihe von Veranstaltungen an, die sich durch spezielle, außergewöhnliche und auch schräge Künstler und Kunstformen auszeichnen – abseits des Mainstreams und konventioneller Strömungen. Musikalisch bewegen wir uns im Spektrum von NeoFolk über Psychedelic Rock, Metal, Experimental bis hin zu Wave, Dark Ambient, Doom, Minimal, Industrial und bestimmten elektronischen Klängen. So auch die „NeoFolk Night“ im Januar.
Die Philosophie unserer Reihe sieht keine Auseinandersetzung mit politischen, ideologischen oder plumpen religiösen Themen vor. Stattdessen konzentrieren wir uns auf spezielle Kunst, Musikerfahrungen und Darbietungen, die Grenzgänge und Kontroversen thematisieren sowie auf die entsprechenden Hörgewohnheiten und Klangerlebnisse.
Parteienpolitik, antisemitische, rassistische, homophobe, faschistische, extremistische, menschenverachtende, radikale Hetze, Tendenzen, Ideologien, nebst Parolen, Symbolen die in diesem Kontext stehen sollten, sind hier absolut unerwünscht und haben mit der Veranstaltungsreihe NICHTS gemein! Im Übrigen steht es außer Frage, dass die Verwendung von Kennzeichen und Parolen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen nach § 86a StGB auf dem Event nicht zugelassen sind.
Unser Fokus liegt einzig und allein auf Musik und Kunst für aufgeklärte und interessierte Fans dieser subkulturellen Genres. Wir bitten alle Gäste, dies zu beherzigen. Es ist bedauerlich, dass wir diese Punkte immer wieder wiederholen müssen was eh klar sein sollte.Leider sind aber einige Mitmenschen sehr sensibel und wollen Dinge sehen die es so nicht gibt oder projizieren und missinterpretieren.
Dazu noch ein schönes Zitat von Oscar Wild: „Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol. Wer unter die Oberfläche dringt, tut es auf eigene Gefahr. Wer dem Symbol nachgeht, tut es auf eigene Gefahr. In Wahrheit spiegelt die Kunst den Betrachter und nicht das Leben.“
In diesem Sinne…Aus Liebe zur Musik und Kunst! Lassen Sie uns gemeinsam einen grandiosen Abend verbringen.
2. Statement des Veranstalters zu den auftretenden Künstlern
Ein klares Statement gegen jegliche Form von Extremismus wurde bereits abgegeben. Nach weiteren besorgten Rückmeldungen haben wir uns noch einmal intensiv mit dem Bandprogramm auseinandergesetzt, um sicherzustellen, dass es den Werten und Überzeugungen unserer musikalischen Gemeinschaft entspricht.
Die auftretenden Bands lassen sich den Genres NeoFolk, UrFolk und Darkwave-Indie zuordnen. Diese Genres haben spezifische kulturelle und historische Wurzeln, die sowohl ihre Musik als auch ihre visuelle Ästhetik prägen.
Das NeoFolk-Genre ist eng mit der frühen Punk-, Wave- und Industrial-Szene verbunden, aus der im Laufe der Jahre eine eigenständige Subkultur entstanden ist. Optisch finden sich auf deren Alben, Merchandise und Layouts alte Symbole wie Runen sowie magische und alchemistische Zeichen. Ästhetisch lehnen sie sich an Bands wie Laibach oder Marilyn Manson an. Auch Bands wie Rammstein, Alice Cooper, Black Sabbath, Motörhead, Manowar, Slayer und Kiss nutzen Schockelemente, Theater und Magie in ihren Performances und setzen Symbole, Runen, Uniformen und Botschaften ein, die das Verständnis des Publikums beeinflussen oder verstörend wirken können.Die Musik integriert oft verschlüsselte Botschaften, die durch lyrische Zitate oder Gedichte aus verschiedenen Epochen, wie der griechischen oder nordischen Mythologie, der Romantik und dem Expressionismus (u.a. Nietzsche, Schiller, Goethe, Hesse, Huch, Trakl, Majakowski), ergänzt werden. Musikalisch werden häufig klassische Stücke verwendet oder gesampelt. Auch Gemälde, Fotos oder Collagen aus diesen Epochen finden Verwendung.
Zudem gibt es naturromantische, archaische Themen in Kombination mit deren Symbolen oder Zeremonien, die mitlwerweile bei angesagten Bands wie Heilung oder Wardruna – die stets vor ausverkauften Haus spielen, häufig benutz werden. Trotz der vielfältigen Facetten des Genres gibt es auch streitbare und kontroverse Berührungspunkte, da viele Themen nicht direkt angesprochen oder erklärt werden. Dies kann zu missinterpretierten Projektionen führen.
Die Band Darkwood aus Dresden thematisiert den Ersten Weltkrieg, zeigt jedoch keine Verherrlichung oder heroische Verklärung. Stattdessen beleuchtet sie die erdrückende Stimmung dieser dunklen Zeit und die damit verbundenen Schicksale. Ähnlich wie Otto Dix, der mit seinen finsteren Gemälden die Schrecken des Krieges für kommende Generationen in Erinnerung hält, reflektiert Darkwood die düstere Realität. Zudem knüpft die Band an die Tradition der Wandervögel an, deren bündische Lieder im NS-Regime verboten und unterdrückt wurden. Ein Album beschäftigt sich konkret mit Antoine de Saint-Exupéry, dem Schöpfer des Werks „Der kleine Prinz“.
Espachio Vital aus Barcelona, bezieht sich auf die Flora und Fauna des Landes sowie auf das biologische Habitat mit all seinen unterschiedlichen Facetten und Traditionen, im speziellen ihrer katalanischen Region. Die Gruppe spielt traditionellen UrFolk, inspiriert von alten katalanischen Volksliedern. Ihre Symbole stammen aus vorchristlicher Zeit und sind auf der Iberischen Halbinsel weit verbreitet. Einige dieser Symbole zeigen geometrische, bioorganische Urformen und ähneln swastikaähnlichen Mustern. Ein Vergleich mit den Symbolen des NS-Regimes erübrigt sich, da diese uralten Zeichen vom faschistischen Franco-Regime massiv verfolgt und verboten wurden.
Spiritual Front kombinieren Kammerpop mit NeoFolk-Einflüssen und einem postrockigen Sound der 60er Jahre. Musikalisch sind sie zwischen Morrissey, Nick Cave, Celentano und Morricone einzuordnen. Sie thematisieren die neo-realistischen Welten von Künstlern wie Pasolini, Fellini und Fassbinder, die zu ihrer Zeit geächtet oder verdrängt wurden. SF waren als Enfant Terrible schon immer Vorreiter in Bezug auf schwul-homoerotische Themen und die Suche nach der eigenen Identität. Ein Leitspruch der Band lautet: „All the uniforms are shit, all the ideals are shit.“ Dies ist ein klares Statement gegen Repression, Ausgrenzung und Unterdrückung.
Fazit:
In diesem Zusammenhang sind weder Hetze noch eindeutige NS-Propaganda erkennbar. Keine der Bands unterliegt einem Spielverbot, und ihre Tonträger sind nicht indiziert. Keiner der Mitglieder bekennt sich zu einer antidemokratischen oder radikalen Partei. Es gibt keine verbotenen Symbole oder Hinweise auf Missbrauch für ideologische Zwecke. Die Nutzung ihrer Musik durch totalitäre oder identitäre Gruppen wird kategorisch abgelehnt und rechtlich untersagt.
Verzerrte und verstörende musikalische Elemente sind gängige Stilmittel, die provozieren und zum Nachdenken anregen sollen. Oft werden Erklärungen nicht zugelassen oder nur kryptisch vermittelt. Die visuelle Untermalung der Songs erfolgt häufig durch beunruhigende Zitate aus Filmen, die für sich wirken sollen. Schon aus dramaturgischen Gründen wäre es sinnfrei jeden Takt, jede Textzeile, Foto oder Videofrequenz zu erläutern. Entscheidend ist auch das Zusammenspiel mit einem aufgeklärten Publikum.
Das Publikum ist in der Regel kunstinteressiert und offen oder stammt aus verschiedenen musikalischen Szenen.
Aus Verantwortung gegenüber Rand- und Extremmusikalischen (nicht zu verwechseln mit extremistischen) Events halten wir es für unerlässlich, dieser Sparte mit ihren vielfältigen Bands und Künstlern einen Bühnenplatz zu gewähren. Veranstaltungen sollten auch ohne die Notwendigkeit von Erklärungen möglich sein. Zudem wurde ein Rahmen geschaffen, der ausschließlich für ein Kunstevent vorgesehen und beworben wurde.
Der Gleichsetzung unserer diversen und speziellen Kunstveranstaltungsreihe mit dem NS-Regime widersprechen wir entschieden. Dies ist nicht nur eine geschmacklose und inakzeptable Darstellung, sondern auch eine Verharmlosung dieses verurteilten Unrechtssystems mit seinen unzähligen Opfern.
3. Statement der Band Darkwood
Wir erhielten Informationen dass Plagwitzer Nachbarschaft, Vereine und Besucher des Felsenkellers durch unseren Bandauftritt am 31 1.2026 im Rahmen der NeoFolk Night aufgrund auch von Fehlanalysen und Falschbehauptungen irritiert und verunsichert sind. Darkwood nehmen die besorgten Anfragen und Hinweise sehr ernst.
Das Anliegen des rein musikalischen Kunstprojektes fernab jedweder politischer Einfärbung ist vielmehr die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit als auch eine Analyse der Gegenwart sowie die Mitgestaltung einer lebenswerten Zukunft. Speziell im Falle der Beschäftigung mit der Vergangenheit und Gegenwart ist es unumgänglich, geschichtliche Prozesse zu analysieren und das Fühlen und Handeln von Menschen in Extremsituationen nachzuempfinden.
Hiermit soll vorwegnehmend jeglicher Vorwurf von Kriegsverherrlichung zurückgewiesen werden. Die Veranstaltung wurde klar und transparent als unpolitisches Kunstmusikevent angekündigt. Es gibt einen unmissverständlichen dokumentiertes Statement welches am 03.12.2025 noch einmal auf der FB Veranstaltungsseite veröffentlicht wurde. Wir als Band stehen fest hinter dieser Veranstaltungsphilosophie und im speziellen der Kernaussage:
„Parteienpolitik, antisemitische, rassistische, homophobe, faschistische, extremistische, menschenverachtende, radikale Hetze, Tendenzen, Ideologien, nebst Parolen, Symbolen die in diesem Kontext stehen sollten, sind hier absolut unerwünscht und haben mit der Veranstaltungsreihe NICHTS gemein!
Im Übrigen steht es außer Frage, dass die Verwendung von Kennzeichen und Parolen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen nach § 86a StGB auf dem Event nicht zugelassen sind.“
Die erwähnte Compilation aus dem Jahr 2001 steht in keiner Form stellvertretent für die Darkwood Discographie sondern ist lediglich eine Fanprojekt ohne Bandinterne Bedeutung. Wir möchten wir an dieser Stelle nochmals unterstreichen, dass die Teilnahme eindeutig ein Fehler war und wir uns mit der Produktion in keinster Weise identifizieren können.
Abschließend wird dazu aufgerufen, jederzeit eine eigene Meinung herauszubilden und zur Information bevorzugt die primären Quellen zu nutzen.
Einlass: 19:00
Mehr Infos zu Tickets Altersbeschränkungen gibt es hier: Only The Sun Knows